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Die Erprobung Abrahams

Eine biblische Versuchsanordnung von Jürg Wisbach

Abraham und Isaak sind Vater und Sohn. Ihre Geschichte gilt als Maßstab für Gottesfurcht und wurde zur Parabel für Folgsamkeit und Glaubenstiefe, aber auch für die Barmherzigkeit Gottes. Die Geschichte aus dem Alten Testament ist so einfach wie prägnant: Gott hält Abraham – Stammvater von Judentum, Christentum und Islam – dazu an, seinen Sohn Isaak zu opfern. Abraham leistet der Aufforderung Folge. Doch kurz bevor es zur Tötung kommt, schreitet Gott ein. Schon die Bereitschaft, den eigenen Sohn zu opfern, zeigt, dass Abraham Gottes Wort ernst nimmt. Die Erprobung des Gehorsams ist gelungen. Die eigentliche Opferung wird hinfällig. Isaak lebt. Jürg Wisbach inszeniert die Geschichte als fiktive Wiederbegegnung von Vater und Sohn, viele Jahre später: Abraham, ein alter Mann im Rollstuhl, steht hier seinem Sohn Isaak wieder gegenüber und erinnert sich…

Aufführung in der Ringkirche am Freitag, 4. März 2022, 19.30 Uhr.

Zutritt nur mit kostenlosem Ticket. Zur Registrierung


Das Stück wird in mehreren Kirchen und Gemeindehäusern im Dekanat Wiesbaden aufgeführt, außerdem gibt es ein breites Rahmenprogramm

Zum Rahmenprogramm gehört u.a.:
Vortrag und Diskussion: „Überleben. Das abgewendete Opfer in drei Religionen“ Gerald Beyrodt, Journalist und Religionswissenschaftler
Gott will kein Menschenopfer, so lässt sich der Ausgang der Erzählung, dass Abraham auf Gottes Geheiß seinen Sohn opfern soll, zusammenfassen. Judentum, Christentum und Islam kennen sie. In der jüdischen Tradition wird von der „Bindung“ Isaaks gesprochen. Muslimische Gläubige gehen davon aus, dass es Ismael war, der von Gott gerettet wurde, und gedenken des Ereignisses mit dem Opferfest. Gerald Beyrodt erläutert die unterschiedlichen Perspektiven, Auslegungstraditionen und Wirkungsgeschichten. Er zeigt, wie theologische Schriftauslegung die Augen öffnen kann, um zwischen blindem Gehorsam und glaubensreichem Vertrauen zu unterscheiden und Fundamentalismus abzuwehren. Nach seinem Vortrag ist Zeit für Diskussion.
So, 20. März 2022, 18:00 – 19:30
Haus an der Marktkirche, Friedrich-Naumann-Saal, Schloßplatz 4, 65183 Wiesbaden
Kostenfrei, Anmeldung bei: andreas.guenther@ekhn.de oder Petra Debus: 0611 73 42 42 30 (di und do 8 – 12)