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Stephanuszentrum

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) hielten die Siegermächte noch Besatzungstruppen – auch in Wiesbaden. Die englische Rheinarmee nahm die Ringkirche für ihre Gottesdienste in Anspruch. Wiesbadens damals wie heute größte Kirchengemeinde konnte kaum noch einen Gottesdienst bis zum Ende feiern, ohne dass die Militärs die Kirche räumen ließen.

Gegen diesen unhaltbaren Zustand wurde mit Mitteln der Reichsregierung in Berlin eine “Notkirche” gebaut, nach einiger Suche einigte man sich auf den heutigen Standort in Höhe des Elsässer Platzes. Von 1928 bis 1930 dauerten die Bauarbeiten. Den Baubeginn verantwortete Pfarrer Fritz Philippi, den Fortgang nach sehr viel Streit Pfarrer August Merz. Als 1931 die Notkirche benutzbar wurde, – für die Bestuhlung hatte man eine Sammlung veranstaltet – hatte die Rheinarmee gerade Deutschland verlassen.

Zugleich war hier der Kindergarten der Ringkirchengemeinde untergebracht, der bis heute dort zur Heimat vieler Kinder des Viertels geworden ist.

Kurz nach seiner Berufung zum Dekan und Pfarrer der Ringkirchengemeinde gründete hier Anfang der dreißiger Jahre der den NS-Behörden nahe stehende Walter Mulot die Kreuzkirchengemeinde, womit das zuvor als Gemeindehaus der Ringkirchengemeinde genutzte Gebäude eine selbständige Kirche wurde. Nach dem Wegzug der Kreuzkirchengemeinde ins Walkmühltal, wurde hier die Matthäusgemeinde gegründet, die wiederum in die Daimlerstraße aussiedelte. Von 1967 bis 2013 war hier die Stephanusgemeinde zuhause, die wiederum mit ihrer Muttergemeinde, der Ringkirchengemeinde, fusionierte.

Seither dient das Stephanuszentrum der Ringkirchengemeinde als diakonisches Zentrum des Stadtteils.